Blogger haben doch Zeit, oder?

Selbständig Zweifel

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Blogger haben doch Zeit, oder? Ein Spruch, mit dem sich wohl so mancher professioneller Blogger konfrontiert sieht, wie ich öfters lesen musste als ich recht erfolglos versucht habe herauszufinden, wie viele hauptberufliche Blogger es tatsächlich gibt, also die Anzahl der derjenigen, die Blogs und Webseiten als selbständigen Beruf betreiben und dies auf eine Weise, dass sie damit ihren Lebensunterhalt bestreiten können. Blogs und Blogger gibt es sicher viele, aber wie viele erzielen damit wirklich ein Einkommen, von dem man leben kann? Einige werden es sicher sein, wenn sich auch keine konkreten Zahlen finden, denn natürlich veröffentlicht – anders als in den USA etwa – niemand gerne sein Einkommen, dafür ist die Neidgesellschaft in Deutschland einfach leider zu ausgeprägt.

Hauptberuflich Blogger und die gesellschaftliche Akzeptanz

Öfteres gestolpert bin ich aber auf Hinweise, dass Blogger sich eben damit konfrontiert sehen, dass ihre Tätigkeit nicht ganz ernst genommen wird und dass es mitunter bei der gesellschaftlichen Akzeptanz noch hapert. Vielleicht ist der Begriff Blogger ja auch einfach unglücklich, steht dieser doch für vieles, auch für Hobbys. Vielleicht wäre Webseiten Vermarkter besser? Obwohl dies auch nicht ganz treffend ist, da es nur einen Teil der Tätigkeit beschreibt.

Das Grundproblem ist aber nicht der Titel der Tätigkeit, sondern die (mitunter fehlende) Akzeptanz. Nicht so sehr in der Öffentlichkeit, sondern eher im eigenen Freundes- und Familienkreis kann dies Betreffende treffen bzw. vielleicht auch nerven. Ursache ist sicher z.T., dass viele einfach nicht wissen, was professionell Bloggen alles so bedeutet:

  • Aufwendige und zeitintensive Recherchen im Rahmen von Artikeln, aber auch für neue Ideen inklusive Verbesserungen des eigenen Seitenangebotes
  • Aufstellen eines Arbeits- bzw. Redaktionsplans
  • Kommunikation mit Partnern, Auftraggebern oder im Rahmen von Produktrecherchen
  • Zeitaufwendige Produkttests
  • Einrichten, Pflege und Wartung der Produktionsanlage, sprich Webhost/Webserver und natürlich des verwendeten CMS Systems inklusive Plugins
  • Rechnungswesen + Buchhaltung
  • Umsatzsteuererklärung und andere steuerlich notwendige Zeitaufwendungen

ach ja, und dann muss man ja auch noch Artikel schreiben. Welchen Zeitaufwand man für welchen Aspekt hat, wird sicherlich für jeden Blogger anders sein, aber die nicht mal vollständige Liste deutet doch stark daraufhin, dass man – zumindest wenn es der gewählte Beruf ist – man einen Vollzeitjob hat. Nicht selten mit Zeitaufwendungen, die über dem hinausgehen, was man in einem Angestellten – Verhältnis aufbringen muss.

Beklagen kann sich der Blogger darüber nicht, denn diese Tätigkeit ist ja seine eigene und freiwillige Wahl und sie bringt ja auch viele angenehme Aspekte mit sich. Nur etwas mehr Respekt würden sich mancher vielleicht für seine Tätigkeit wünschen, denn Bloggen / Webseitenvermarktung, von dem man auch leben kann, ist dann doch ein wenig mehr als nur 2 Stunden Artikel schreiben, es beinhaltet viele Aspekte, die von außen vielleicht nicht ersichtlich sind.

Letztlich wird ein Blogger, der seinen Lebensunterhalt mit seinen Webseiten bestreitet, genauso hart und manchmal vielleicht sogar noch härter arbeiten wie alle anderen auch. Bis zur wirklichen ernsthaften gesellschaftlichen Anerkennung, die über vorgezeigte Ikonen im TV hinausgeht, mag es teilweise aber vielleicht noch etwas dauern. Aber solange es Spaß macht und man genug Geld verdient, sollte man sich halt einfach nicht daran stören.

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