Industrie 4.0 ist Chefsache auch für den Mittelstand

© Nataliya Hora - Fotolia.com

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Industrie 4.0 ist nicht nur Chefsache für den Mittelstand, sondern auch für kleine Unternehmen, zumindest wenn man die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens sichern will und so überrascht es nicht, dass es sehr häufig auch das Thema auf einem Industriegipfel ist. Aber was steht eigentlich konkret hinter Industrie 4.0 und vor allem, warum ist dies wichtig selbst für kleinere Unternehmen und damit tatsächlich Chefsache?

Im Zusammenhang mit Industrie 4.0, vorwiegend ein von Deutschland geprägter Begriff, bewegen sich viele Stichwörter wie Smart Services, Smart Factory, Digitale Vernetzung usw., die natürlich alle etwas miteinander zu tun haben, aber auch teils ganz eigene und sehr spannende Aspekte ansprechen, die gerade auch für den Mittelstand ganz neue Geschäftsfelder und damit Chancen eröffnen können.

Begriffe zum Thema Industrie 4.0

Die Begrifflichkeiten wie auch die Thematik können dabei sicherlich verwirrend sein und gerade kleinere Unternehmen vielleicht auch scheinbar überfordern, daher eine kurze und vereinfachte Übersicht der häufig genannten Begriffe:

  • Industrie 4.0: Steht für intelligente und digital vernetzte Systeme, von der Produktentwicklung bis zu Logistik und Kunden
  • Smart Factory: Steht für die intelligente, oftmals sich selbst organisierende Fabrik, die neue Möglichkeiten auch bei der Individualisierung von Produkten schafft.
  • Smart Services: Steht für Daten- und Dienstbasierte neue Leistungsangebote.
  • Big Data: Beschreibt zunächst unstrukturierte große Datenmengen, die im Rahmen von Vernetzung und Industrie 4.0 gewonnen werden und durch geeignete Softwarelösungen aufbereitet und visualisiert werden, womit diese verständlich und verwertbar für Entscheidungsträger sind.

Keines der Begriffe steht dabei natürlich für sich und sicherlich wird es über die genauen Definitionen und Abgrenzungen unterschiedliche Interpretationen geben. Allen gemeinsam ist, dass der gesamte Themenkomplex, gerade im Hinblick auf die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen von entscheidender Bedeutung ist. Ebenso gemeinsam ist ihnen aber auch, dass die Thematik gerade für kleinere Unternehmen, aber auch dem Mittelstand, zunächst durchaus eine Herausforderung darstellen kann, vor der man sich aber nicht verschließen sollte.

Was bringt mir Digitalisierung und Industrie 4.0?

© Artem Merzlenko - Fotolia.com

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Die Digitalisierung im Unternehmen kann z.B. wichtige Daten aus der Produktion liefern, etwa zum Servicezustand von Maschinen, um Wartungs- und Austauschzyklen zu optimieren. Daten aus dem Vertrieb können zudem in einen Zusammenhang mit Produktionszahlen gebracht werden, welche man dann vielleicht auch noch mit Bestandsdaten von Ersatzteilen und anderen Daten anreichert. Meldet der Vertrieb steigende Nachfrage und die Produktion einen Mangel an Rohstoffen, so können intelligente Systeme diese Roh-Daten zusammenführen und visualisieren, sodass rechtzeitig ein Handlungsbedarf erkannt werden kann, genauso wie wenn Ersatzteile knapp sind und damit Ausfallrisiken gegeben sind und viele Szenarien mehr. Einfach erkennbar ergeben sich für ein Unternehmen, welches sich dem digitalen Wandel stellt und Lösungen implementiert, deutliche Wettbewerbsvorteile gegenüber Unternehmen, die dies nicht tun. Geschäfts- und Produktionsprozesse können optimiert werden, Risiken und Chancen werden früher und besser erkannt.

Smart Services eröffnen neue Geschäftsfelder

Aufbauend auf „Industrie 4.0“ ergeben sich neben der Optimierung durch intelligente Geschäftsprozesse, aber auch ganz neue Möglichkeiten durch Smart Services. Diese basieren auf der zunehmenden Intelligenz von Maschinen und der Vernetzung und veredeln quasi vorhandene Produkte und bieten Unternehmen, auch kleinen, die Chance ganz neue innovative Lösungen zu entwickeln, auch in ganz neuen Geschäftsfeldern. Möglicherweise kommen hier auch Kooperationen mit anderen Unternehmen ins Spiel, vielleicht sogar branchenübergreifend, was mitunter dann ein Umdenken in Unternehmen voraussetzt, um neuen Ideen Raum zu geben.

Sehr anschaulich (und besser als ich dies mit Worten könnte) wird die Bedeutung von Smart Services in folgendem Video mit Lumir Boureanu (rechts im Video, Geschäftsführer und CTO der eurodata tec) erklärt, aufgezeichnet auf dem 1. Industriegipfel des Handelsblattes in 2015:

Hinweis: Eurodata ist einer der führenden Anbieter von Software-Lösungen und Consulting im Bereich rund um diesen spannenden Themenkomplex, also Spezialisten rund um Industrie 4.0.

Wie man aus dem Video lernen kann, bieten Smart Services, aufbauend auf dem Industrie der Dinge, konsequent zu Ende gedacht, für Unternehmen nicht nur die Möglichkeit typische Geschäftsprozesse (wie beispielsweise die angesprochene Schadensregulierung im Video) zu nutzen, um Kosten zu senken und Prozessabläufe schneller und transparenter zu machen, vielmehr können sie auch der Entwicklung neuer Service – orientierter Leistungen dienen.

Der Hersteller von Maschinen, also ein typischer Vertreter für den deutschen Mittelstand, kann so seine Produkte quasi veredeln (eine sehr treffende Aussage im Video), indem er nicht nur direkt Kunden einen Mehrwert verschafft, vielmehr könnte er sogar eine Plattform schaffen, die auch andere Unternehmen nutzen können. Dies könnte z.B. der im Video angesprochene Hersteller von Videokameras für Tankstellen sein, der die Service Plattform bereitstellt, wenn Schäden an Tankstellen reguliert werden müssen.

Strukturiert vorgehen

Die Möglichkeiten, die sich im Bereich Industrie 4.0 und bei Smart Services bieten, sind natürlich unglaublich vielfältig und werden in den nächsten Jahren die Industrielandschaft und auch den Dienstleistungsbereich stark verändern. Dabei zu sein wird in vielen Fällen unverzichtbar für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sein. Bei der Umsetzung sollte man aber strukturiert vorgehen:

  • Wie sieht mein Business Modell aus?
  • Wie stellt sich die Perspektive, Akzeptanz und auch Wettbewerbssituation auf dem Markt?
  • Wie weit ist mein Unternehmen bei Digitalisierung?
  • Und wie weit fortgeschritten sind Integration und „Intelligenz“ meiner Produkte?

um nur einige Punkte zu nennen. Hier nutzt man dann eben die auch branchenübergreifende Erfahrung von Industrie Spezialisten wie von eurodata oder anderen. Aufgrund der Komplexität und der abteilungsübergreifenden, ja sogar unternehmensübergreifenden Bedeutung, ist gut erkennbar, warum Industrie 4.0 Chefsache ist.

Quelle Video: https://www.youtube.com/watch?v=doY7LjAXwYM

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