Krankenkassenbeiträge für Selbständige in Österreich im Vergleich zu Deutschen

Neidisch werden vermutlich sehr viele Selbständige nach Österreich schauen, denn wer hier selbständig ist, der bekommt Krankenkassenbeiträge präsentiert, die deutlich unter denen in Deutschland liegen. So deutlich, dass man sich fragt, warum in Deutschland die Krankenkassenbeiträge allgemein, und im Besonderen für Selbständige so erdrückend hoch sind.

Ganz auf die Schnelle habe ich bei den Zahlen jetzt zwar nicht durchgeblickt, aber da ich nicht in Österreich wohne, ging es mir auch eher um die Tendenz als um exakte Zahlen, die z.B. für meinen Fall jetzt gelten würden.

Knapp 50 Euro im Monat für die Krankenkasse als Minimum – davon träumen deutsche Selbständige

Grundsätzlich richtet man sich natürlich auch in Österreich nach dem Einkommen, das sich aus dem Steuerbescheid ergibt, wobei man wohl 7.65% davon für die Krankenversicherung abführen muss. Entscheidend ist aber, dass die Mindestbemessungsgrundlage deutlich niedriger. Ich wurde hier mit unterschiedlichen Zahlen konfrontiert, keiner lag aber höher als etwas über 700. In einem Fall lag sie bei 537.78, was bei 7.65% einen monatlichen Betrag von 41,18 ergab, wobei noch ein Beitrag zur Selbständigenvorsorge (was immer das ist) von 8,23 hinzukam, also in der Summe knapp 50 Euro.

Zum Vergleich in Deutschland zahlt man mindestens 240 Euro im Monat für die Krankenkasse. Kann man nicht von „sozialer Härte (auf Antrag) profitieren oder ist man Gründer bewegt man sich auf einem Niveau von weit über 300 Euro, sodass zumindest für junge Selbständige, besonders ohne Familie, sich durchaus schon mal ein Tarifvergleich bei einer privaten Krankenkasse lohnen kann.

Natürlich ist man in Österreich auch zwangsweise in der Pensionsversicherung, bedenkt man aber, dass man deutlich weniger für die Krankenkasse bezahlt, dann kann man sich dies natürlich auch deutlich leichter leisten und vielleicht hat man ja auch was davon.

Natürlich gibt es aber dennoch ähnliche Diskussionen in Österreich wie auch hier, das die Mindestbemessungsgrundlagen ein Problem für einkommensschwache Selbständige sind bzw. zu zu hohen Beiträgen im Vergleich zum Verdienst führen können. Ursache ist hier aber – im Unterschied zu Deutschland – dass es eben auch eine Rentenversicherungspflicht gibt. In Deutschland hat man die Diskussion schon alleine durch die Krankenkassenbeiträge. Man kann sich leicht ausrechnen, welche Folgen eine Rentenversicherungspflicht für Selbständige hätte. Mit einer Summe von dann weit über 500 Euro wären sicherlich selbst Selbständige, die 1.500 netto im Monat verdienen schnell überfordert, denn es gibt ja schließlich auch noch Miete + Essen und einiges andere, was bezahlt werden muss.

Bleibt die Frage, warum müssen Selbständige hier so viel mehr bezahlen? und warum sind deutsche Krankenkassen so teuer? Das soziale Versicherungssystem kann zur Überforderung führen und dass eine gute Krankenversicherung Geld kostet alleine reicht nicht als Argument, denn auch in Österreich wird man ihm Durchschnitt ja wohl nicht schlechter betreut.

Wer mal schauen möchte: Online-Ratgeber Sozialversicherung für selbständig Erwerbstätige (für Selbständige in Österreich)

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