Private Krankenversicherung optimieren

© Deklofenak - Fotolia.com

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Gerade für junge Selbstständige, die noch keine Familie haben, ist die private Krankenversicherung oftmals günstiger als die gesetzliche Krankenversicherung. Da Letztere bei Selbständigen immer eine Mindestbemessungsgrundlage von aktuell (2014)  2.073,75  Euro hat, woraus sich ein Betrag 308,99 Euro ergibt, der immer anfällt, auch wenn man tatsächlich weniger verdient hat und dazu kommen ja auch noch die Beiträge für die Pflegeversicherung. Zwar gibt es die Möglichkeit eines reduzierten Betrages bei sozialer Härte, aber wegen der engen Voraussetzungen greift diese nicht bei jeden. Entsprechend kann es einfach günstiger sein, zumindest zeitweise, privat krankenversichert zu sein. Letztlich soll die Selbständigkeit und der Aufbau derer, was ja mitunter auch ein paar Jahre dauern kann, nicht wegen der Sozialbeiträge verhindert werden.

Private Krankenversicherung: schnell mal zu viel gezahlt

Die private Krankenversicherung orientiert sich im Unterschied zur gesetzlichen Krankenversicherung nicht am Einkommen, sondern vor allem am Alter und am vom Versicherten gewählten Tarif. Und hier können sich dann durchaus Fallstricke ergeben, denn oftmals ist man bei der Auswahl der Tarife überfordert, insbesondere, was die gewünschten Leistungen angeht mit der Folge, dass man schnell mal zu viel zahlt. Zudem entwickeln Versicherer über die Zeit auch neue Tarife, die vielleicht sogar bessere Leistungen zu günstigeren Monatsbeiträgen bieten können. Das bekommt der Versicherte, der ja nicht jeden Tag komplizierte Versicherungstarife studiert, aber oft gar nicht mit und verbleibt so unter Umständen unnötig in seinem bisherigen Tarif. Dies kennt man ja auch von Internet Tarifen, hier schließt man meist für 24 Monate ab und in den 24 Monaten gibt es dann neue Tarife, nur wechseln fällt nicht so leicht bzw. ist unmöglich oder man verpasst neue Angebote einfach und schon verlängert sich das Ganze erneut. Und so zahlt man dann Jahre lang mehr als notwendig und das muss ja nicht sein.

Laut Paragraf § 204 VVG des Versicherungsvertragsgesetzes hat jedoch im Falle einer privaten Krankenversicherung jeder das Recht einen günstigeren Tarif mit denselben Leistungen bei seinem Versicherer abzuschießen. Erworbene Rechte wie Gesundheitszustand und Altersrückstellung soll man dem Artikel zu Folge behalten dürfen und ein Tarifwechsel ist dabei ohne Kündigung möglich. Ob dies für alle Versicherer gilt oder nur für die im erwähnten Artikel angesprochene Hallesche wäre zu klären.

Einsparen bei Tarifen für eine private Krankenversicherung

Nützlich ist ein Beratungsservice zur Tarifoptimierung bei einer privaten Krankenversicherung durchaus, denn durch die Komplexität von Krankenversicherungsverträgen ist es oftmals nicht möglich, alle einzelnen Elemente korrekt einzuordnen. Dies ist bei allen Versicherungen so, gerne möchte man ja „sicher“ sein, also nimmt man noch dies und jenes mit in den Vertrag, was dann monatlich sich in den Beiträgen auswirkt. Nun ist ein optimaler Schutz zwar immer wünschenswert, aber nur, wenn die Leistungen auch wirklich sinnvoll sind. Im Umkehrschluss sollte man natürlich auch nicht auf jede Leistung nur im Hinblick auf die Monatsbeiträge verzichten. Ein genaues Abwägen lohnt aber immer und nicht vergessen: vielleicht gibt es ja mittlerweile auch ganz neue Tarife, die sogar mehr Leistung für weniger Geld bieten als zum Zeitpunkt des Abschlusses. Letztlich lohnt ein Check immer, wie bei jeder Versicherung. Was beim Auto selbstverständlich ist, sollte natürlich auch für die private Krankenversicherung gelten.

Es kann aber auch der Zeitpunkt kommen, wo die gesetzliche Krankenversicherung attraktiver wird. Besonders gilt dies natürlich, wenn der Faktor Familienversicherung ins Spiel kommt. Hier muss man nur beachten, dass ein Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung nur bis zum 55. Lebensjahr möglich ist.

An sich selber denken und optimieren ist legitim

Manche kritisieren Selbständige und andere, die zunächst privat krankenversichert sind und dann zur gesetzlichen Krankenversicherung wechseln. Dies ist auch durchaus in gewissem Sinne verständlich, allerdings wird die Kritik oft von Menschen geübt, welche keine Sachkenntnis von der Lage mancher Selbständige haben und der häufigen Überforderung durch das gesetzliche System. Und ganz ehrlich: jeden Tag werden uns DAX Werte, Gewinnerwartungen und Gewinnstreben, Erfolg usw. als wahre Werte gepredigt, also ist es doch völlig legitim, dass man auch ganz genau nach diesem Prinzip selber verfährt, also das zu wählen, was für einem selber das Beste ist. Dies gilt auch für die Wahl einer privaten Krankenversicherung und sollte natürlich auch für die Optimierung von Tarifen gelten. Gerade, wer seinen Vertrag für eine private Krankversicherung nicht erst gestern geschlossen hat, der tut gut daran, diesen bei Gelegenheit mal zu überprüfen und vielleicht wird man dann mit monatlichen Ersparnissen belohnt, die das Leben einfacher machen. Es ist absolut legitim nach sich selber zu schauen, weil sonst macht es meist keiner, gerade wenn man Selbständig ist.

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