Umgang mit Kunden: Fehler von Anfang an vermeiden

db_geld-01Gerade wenn man startet, hat man oft noch nicht so viele Kunden. Genau der richtige Zeitpunkt, um von Anfang an Fehler zu vermeiden. Eine der größten ist die Berechnung der eigenen Leistungen, also was man für seine Arbeiten Kunden in Rechnung stellt. Hier neigen viele dazu möglichst günstig zu sein, um wenigstens schon mal ein paar Aufträge zu generieren. Verständlich, aber ein Fehler, der später mitunter schwer zu korrigieren ist. Selbstverständlich kann man als Neustarter auf seinem Gebiet mangels oft vorhandener Referenzen und mitunter auch Erfahrung meist noch nicht die Top Preise verlangen, aber man sollte sich dennoch von Anfang an am marktüblichen seiner Branche orientieren.

Was marktüblich im jeweiligen Bereich / Branche ist, kann man auf Portalen, wie zum Beispiel Gulp einsehen. Eventuell kann man sich am unteren Ende typischer Preise für vergleichbare Dienstleistungen bewegen, keineswegs sollte man den Rahmen aber deutlich unterschreiten. Denn einmal „billig“ gewöhnt sich der Kunde natürlich daran und erwartet auch „günstig“ in Zukunft. Höhere Preise dann durchzusetzen kann schwierig werden. Es besteht sogar mitunter die Gefahr, dass der Kunde Vorteil von dieser Großzügigkeit nimmt, ihnen also alle möglichen Aufträge gibt, weil sie ja so günstig sind. Toll, dann sind sie ausgebucht, verdienen aber halt nicht, was sie sollten. Noch problematischer, wenn zwischendurch dann mal ein Kunde kommt, der vielleicht auch durchaus bereit wäre, höhere Preise zu bezahlen, Sie aber mittlerweile halt so „günstig“ dem bisherigen Kunden verpflichtet sind und daher leider keine Zeit haben.

Kunden, die nicht viel bezahlen, empfehlen Sie oft weiter an Kunden, die auch nicht viel bezahlen möchten

Vielleicht bekommt man diesen Punkt in den Griff, aber einer der Hauptprobleme ist „Günstig“ zieht „Günstig“ an. Es heißt ja so gerne, dass gute Leistungen durch Empfehlungen belohnt werden. Mag manchmal so sein: hat man aber den Ruf günstig zu sein und Kunden, die auch nicht gerne vernünftig (oder auch gar nicht) bezahlen, so besteht durchaus die Gefahr, dass dieser Kunde sich ebenfalls in diesem „Günstig“ Umfeld bewegt und Ihnen Empfehlungen zuweist, bei denen Sie zwar Aufträge bekommen, aber unter dem Strich nichts verdienen.Zumindest besteht die Gefahr, dass Sie eben wegen ihrer günstigen Preise empfohlen werden und dass, selbst wenn neue Kunden an und für sich schon normalerweise bereit sind, anständig zu bezahlen, bei Ihnen eben davon ausgehen, dass dies ja nicht nötig sei… gefährlicher Kreislauf.

Im Gegenteil: unsere Erfahrungen zeigen: nur, weil man günstig ist, bedeutet nicht, dass Kunden dann auch Abstriche bei ihren Leistungen hinnehmen. Oft ganz das Gegenteil sind es gerade diese Kunden, die  am anspruchsvollsten bzw. schwierigsten sind, also die Kunden, die Sie so richtig auf Trab halten, nie zufrieden sind und dauernd Änderungen möchten. Wieder sind Sie beschäftigt und verdienen nicht, was Sie verdienen sollten. Macht auf Dauer auch keinen Spaß.

Vernünftige, marktübliche Preise berechnen

Darum verkaufen Sie sich nicht unter Wert, berechnen Sie vernünftige Preise, die dem Üblichen in etwa entsprechen. Dies hat nicht nur den Vorteil, dass Sie vernünftig bezahlt werden, sondern auch, dass Sie so meist professionelle Kunden anziehen. Diese sind nicht nur bereit vernünftig zu bezahlen, sondern oft auch einfacher, denn diese haben ihre eigene Arbeit und melden sich nur, wenn es auch einen Grund gibt. Kunden, die faire Preise bezahlen können, sind meistens selber beschäftigt und lassen Sie ihre Arbeit machen, plus, dass wenn diese Kunden dann zufrieden sind, diese auch Kunden vermitteln, welche sich meist ebenfalls in einem professionellen Umfeld bewegen mit der entsprechenden Einstellung zu den Dingen, vor allem, dass Leistung eben auch bezahlt werden sollte.

Mitunter ist dies alles nicht so leicht umzusetzen, besonders, wenn Kunden rar sind, gerade am Anfang. Müssen Sie dann dennoch mal zum Strohhalm greifen, definieren Sie wenigstens von Anfang an klare Rahmenbedingungen, bei der Erstellung eines Webdesigns zum Beispiel wie viel Änderungen maximal möglich sind, sodass die aufgewendete Zeit dann wenigstens dennoch am Ende noch einigermaßen im Rahmen bleibt, zu dem, was das günstige Angebot eben hergibt an vertretbarer Leistung.

Nicht irritieren lassen von Billiganbietern

Leider gibt es genug Pappenheimer, welche zu völlig marktunüblichen Preisen, von denen niemand vernünftig leben kann, Leistungen anbieten. Ignorieren Sie diese, lassen Sie sich nicht auf dieses Niveau herunterziehen. Wer unter Wert sich verkauft wird ohnehin nicht lange davon leben können. Ein Grund, warum professionelle Kunden ohnehin lieber jemand suchen, der vernünftig arbeitet, und auch dauerhaft dann zur Verfügung steht, weil dieser eben vernünftige Preise berechnet, von denen er dann am Ende auch leben kann.

Ist nicht einfach mit den Kunden manchmal, daher von Anfang an fair sein, dem Kunden gegenüber, aber vor allem sich selbst gegenüber. Denken Sie immer daran: Wenn Sie nicht für sich schauen, wird es sonst auch keiner tun. Und dies sollte man von Anfang an beachten.

STRATO