Versicherungen und Absicherung für Selbständige – Teil 1

ZusammenarbeitWer sich selbständig macht, wird sich häufig zunächst auf den Aufbau seines Unternehmens, seines Gewerbe bzw. Tätigkeit widmen und besonders bei jungen Gründern werden auch bestimmte Risiken vernachlässigt. Hinzu kommt oftmals, besonders zum Start, ein oft nicht gerade üppiges Einkommen, was Ausgaben für Versicherungen, auch zur Absicherung und auch zur Altersvorsorge deutlich erschwert. Aber auch wenn das Einkommen die Möglichkeiten eigentlich zulassen sollte, wird oft nach dem Prinzip „ich bin doch (noch) jung“ das Thema zu Unrecht vernachlässigt. Zu Unrecht einfach deswegen, weil einerseits Jugend nicht vor allen Risiken, wie etwa einer Berufsunfähigkeit, Schutz bietet und zum anderen der Aufbau eines Kapitalstocks und einer Altersvorsorge natürlich leichter in jungen Jahren gelingt, sind doch die dazu nötigen monatlichen Beiträge dann deutlich geringer.

Zu beachten ist, dies ist nur ein allgemeiner Leitfaden. Es gibt vielfältige Abwandlungen bei Versicherungen, unterschiedliche Vertragsbedingungen, Zusatzoptionen etc., sodass man über dieses Thema ohne Zweifel einige Bücher schreiben könnte. Von daher sind die Angaben als Orientierung zu verstehen, welche Versicherungen für einen Selbständigen wichtig sein könnten, ansonsten gilt wie überall: gut informieren und aufmerksam vergleichen.

Sinnvolle oder notwendige Versicherungen für Selbständige sind:

Die Krankenversicherung

keine Frage ob, sondern seit Jahren eine Pflicht, die der Vollständigkeit halber erwähnt werden sollte. Die Krankenversicherungspflicht bedeutet, dass man krankenversichert sein muss, als Selbständiger hat man aber die Wahl zwischen einer gesetzlichen Krankenversicherung und einer privaten Krankenversicherung. Letztere kann häufig für einen jungen Selbständigen ohne Familie deutlich billiger sein. Mit Familie und mit zunehmenden Jahren kann sich dies jedoch umkehren. Billig wird es in keinem Fall.

Altersvorsorge: Lebensversicherung, der Klassiker

buero-220-5Lebensversicherung: Diese gibt es in verschiedenen Formen, eine Basisform ist die klassische Kapitellebensversicherung, bei der man über einen meist sehr langen Zeitraum einen Betrag X monatlich einzahlt, der nach Y Beitragsjahren eine Versicherungssumme Y ergibt. Hinzu kommen Überschussbeteiligungen. Die Kapitallebensversicherung ist eine sehr klassische Anlageform, die sich meist durch eine eher magere Rendite auszeichnet, dafür aber als recht sicher eingestuft wird. Ein Vorteil der Kapitallebensversicherung ist die in gewissem Maß beinhaltete finanzielle Absicherung von Hinterbliebenen, diese erhalten im Todesfall des Versicherungsnehmers die sogenannte Todesfallsumme, also meist die volle Versicherungssumme plus Überschussbeteiligung. Es gibt natürlich verschiedene Ausgestaltungen sowie auch oftmals zahlreiche Zusatzversicherungen, wie etwa eine Unfalltod Zusatzversicherung oder auch eine Pflegerentenversicherung.

Von der Renditeseite her raten die meisten von einer Kapitallebensversicherung mittlerweile ab, auch weil nicht immer klar ist, wie das Geld angelegt wird und welche Kosten eventuell berechnet werden. Dennoch gilt es immer, den Einzelfall zu betrachten. Wenn, dann sollte die Kapitallebensversicherung aber eher nur ein Teil des eigenen Anlageprogramms sein und sicherlich nicht der Wesentliche. Eine Alternative ist die fondsgebundene Lebensversicherung, bei der das Geld nicht zu einem festen Zinssatz angelegt wird, sondern in einen Fonds investiert wird, die Renditen können hier höher sein oder auch nicht, wobei es aber auch fondsgebundene Lebensversicherungen gibt, die eine Mindestleistung garantieren. Gegebenenfalls, wenn der jeweilige Fonds zum Vertragsende einen niedrigen Wert haben sollte, sollte man sich die Option sichern, statt einer Auszahlung die Fondsanteile behalten zu können, um auf bessere Zeiten zu hoffen. Auch die fondsgebundene Lebensversicherung bietet einen Schutz für die Hinterbliebenen.

Eine Risikolebensversicherung wiederum bildet kein Kapital, hier geht es nur um die Absicherung der eigenen Familie. Eingezahlte Beträge gehen dabei verloren, wenn es nicht zum Todesfall vor Ende der Vertragslaufzeit kommt, dafür ist es aber eine günstige Absicherungsform für die eigene Familie und daher durchaus sehr empfehlenswert.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Eine schwere Krankheit, ein Unfall – auch junge Menschen kann dies treffen, mit der Folge im schlimmsten Falle seiner Arbeit nicht mehr nachgehen zu können und entsprechend kein Einkommen mehr zu erzielen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung kann hier den Lebensstandard sichern und ist eigentlich ein Muss. Mitunter, und lohnenswert, gibt es diese auch gleichzeitig mit einer Risikolebensversicherung, sodass hier gleichzeitig ein doppelter Schutz besteht. Im Vergleich zu den monatlichen Beiträgen bietet die Berufsunfähigkeitsversicherung ein hohes Maß an Schutz. Für ein paar Euro wird auch meist ein Verzicht auf abstrakte Verweisbarkeit angeboten, was bedeutet, dass die Versicherung im Leistungsfall auf eine Überprüfung verzichtet, ob man gegebenenfalls einen alternativen Beruf entsprechend der eigenen Qualifikation ausüben könnte. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung bringt in der Regel eine Gesundheitsprüfung nach sich, in Form eines Fragebogens, hier gilt es richtige Angaben zu machen, da unrichtige Angaben zu einem Verlust der Leistungen führen. Gegebenenfalls sollte man hierbei seinen Arzt zurate ziehen.

Ausführliche Informationen zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Selbständige

Private Haftpflicht / Hausratversicherung

Die Privathaftpflicht deckt nur den Privatbereich ab, entsprechend sollte auch ein Selbständiger dies für diesen Bereich in Erwägung ziehen. Man sollte aber darauf achten, wie die Bedingungen der jeweiligen Versicherung aussehen, wenn Privatbereich und Arbeitsbereich vermischt werden, mitunter schließen dann Versicherungen auch private Immobilien aus, wenn diese auch beruflich genutzt werden. Man sollte also seine Haftpflichtversicherung besonders genau unter die Lupe nehmen und die Vertragsbedingungen lesen. Informieren Sie sich auch bei Ihrer Gesellschaft, ob eine Zusatzversicherung für Selbständige angeboten wird. Gleiches gilt natürlich für eine Hausratversicherung, auch hier sollte man unbedingt nachfragen.

Weitere Versicherungen für Selbständige

© ilro - Fotolia.com

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Weitere Versicherungen, welche für Selbständige infrage kommen, sind die Betriebshaftpflicht, die sehr überlegenswerte Rechtsschutzversicherungen für Selbständige, eine Ertragsausfallversicherung oder auch Zusatzversicherungen für Krankentagegeld oder Krankenhaustagegeld. Diese Versicherungen sollen dann im zweiten Teil angesprochen werden. Erwähnt werden sollte natürlich auch, dass es noch spezialisierte Versicherungen wie Einbruchdiebstahlversicherung, Elektronikversicherung, Maschinenversicherung und mehr gibt, welche im Einzelfall durchaus existenziell wichtig sein können. Diesen Versicherungen soll dann in Zukunft ein eigener Artikel gewidmet werden.

Fast jede Versicherung für sich ist eine gute Absicherung, mitunter muss man aber Prioritäten setzen. Und letztlich muss man natürlich darauf achten, dass am Ende die Summe der Beiträge in einem Verhältnis zum Einkommen und zu den jeweiligen Risiken steht.

Für viele Versicherungen findet man einen Vergleichsrechner auf Tarifcheck24 und vergleichen lohnt sich immer.

 

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